Was kostet ein Lektorat? Preise & Faktoren erklärt

Wer zum ersten Mal ein Lektorat in Auftrag geben möchte, stößt schnell auf eine Frage, die sich gar nicht so leicht beantworten lässt: Was kostet das eigentlich? Eine pauschale Antwort gibt es nicht und das hat seinen Grund. Denn ein kurzer Pressetext stellt andere Anforderungen als ein umfangreicher Geschäftsbericht und ein stilistisch ausgefeilter Text braucht einen anderen Blick als ein sachlicher Informationstext mit vereinzelten Tippfehlern.

Was den Preis beeinflusst, lässt sich aber sehr wohl erklären.

Korrektorat, Lektorat oder Schlusskorrektur?

Der erste Schritt ist die Wahl der richtigen Leistung, denn sie ist nicht nur eine Frage des Preises, sondern vor allem eine Frage des Bedarfs.

Das Korrektorat ist der richtige Schritt, wenn der Text inhaltlich und sprachlich bereits rund ist und vor der Veröffentlichung einen letzten Kontrollblick erhalten soll. Im Mittelpunkt stehen Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung und Worttrennungen.

Das Lektorat ist das „Rundum-sorglos-Paket“ für Ihren Text. Neben der formalen Korrektur rücken Verständlichkeit, Stil und Wortwahl in den Fokus. Der Text bekommt seinen sprachlichen Feinschliff und Sie erhalten Optimierungsvorschläge, um das Beste aus ihm herauszuholen.

Die Schlusskorrektur ist der allerletzte Blick, nachdem der Text lektoriert und ins finale Dokument übertragen wurde. Denn bei diesem Schritt schleichen sich gerne neue Fehler ein, die erst jetzt sichtbar werden.

Tipp: Unsicher, welche Leistung Ihr Text braucht? Ausführlicher habe ich das in einem eigenen Beitrag erklärt:
Lektorat oder Korrektorat: Was braucht mein Text?

Was ist eine Normseite?

Steht die Leistung fest, stellt sich die nächste Frage: Wie wird der Preis berechnet? Grundlage ist meistens die Normseite, ein in der Lektoratsbranche übliches Maß.

Eine DIN-A4-Seite sagt wenig darüber aus, wie viel Text draufsteht. Große Schrift, breite Ränder, viel Weißraum: Schon sieht eine Seite voll aus, enthält aber kaum Text. Deshalb rechnen Lektorinnen und Lektoren nicht nach Seiten, sondern nach Normseiten.

Aber Vorsicht: Eine Normseite ist nicht überall gleich. Manche Lektorinnen und Lektoren rechnen mit 1.500 Zeichen inklusive Leerzeichen, andere mit 1.800. Das klingt nach einer kleinen Differenz, macht sich bei größeren Projekten aber durchaus bemerkbar.

So ermitteln Sie die Normseiten Ihres Textes in Word: Text markieren, unter „Überprüfen“ auf „Wörter zählen“ klicken, Zeichen mit Leerzeichen durch 1.500 teilen. Ein Text mit 15.000 Zeichen hat also zehn Normseiten.

Tipp: Beim Vergleich von Angeboten immer fragen, wie viele Zeichen eine Normseite hat. Ich orientiere mich an der Definition der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort): Eine Normseite umfasst 1.500 Zeichen inklusive Leerzeichen.

Was beeinflusst den Preis?

Neben der Art der Leistung spielen drei weitere Faktoren eine Rolle.

Fehlerdichte und Textqualität. Zwei Texte mit demselben Umfang können sehr unterschiedlich aufwendig sein. Ein Text, der sprachlich bereits gut aufgestellt ist, braucht weniger Zeit als einer, der viele Fehler, unklare Formulierungen oder einen uneinheitlichen Stil aufweist. Bei größeren Projekten oder fachlich anspruchsvollen Texten kann ein Textauszug helfen, den Aufwand realistisch einzuschätzen.

Dateiformat. Ob ein Text als bearbeitbare Word-Datei oder als PDF vorliegt, macht einen Unterschied. In Word arbeite ich direkt im Dokument mit dem Änderungsmodus: Korrekturen sind sofort sichtbar und lassen sich mit einem Klick übernehmen oder ablehnen. Bei PDFs ist das nicht möglich. Korrekturen werden dort als Kommentare eingetragen, was schlicht aufwendiger ist und sich entsprechend im Preis niederschlägt.

Tipp: Wer seinen Text als Word-Datei einreicht, spart nicht nur Geld, sondern hat auch den direkten Überblick über alle Korrekturen im Änderungsmodus.

Termin. Wer einen engen Zeitrahmen hat, sollte das bei der Anfrage angeben. Expressaufträge sind möglich, aber sie bedeuten, dass andere Projekte zurückgestellt werden müssen. Das spiegelt sich im Preis wider.

Tipp: Planen Sie großzügig. Ein realistischer Zeitrahmen schont das Budget und ermöglicht eine sorgfältige Bearbeitung.

Was kostet das konkret?

Die Preise richten sich nach der gebuchten Leistung und das hat einen einfachen Grund: Ein Korrektorat ist in der Regel schneller erledigt als ein vollständiges Lektorat. Der Aufwand unterscheidet sich und das spiegelt sich im Preis wider.

Für ein Korrektorat berechne ich ab 4,00 Euro pro Normseite, für ein Lektorat inklusive Korrektorat ab 6,50 Euro und für eine Schlusskorrektur ab 5,00 Euro, jeweils zzgl. 19 % MwSt.

Diese Zahlen sind Richtwerte, keine Pauschalen. Der tatsächliche Preis hängt von Umfang, Textqualität und Termin ab. Vor Beginn der Zusammenarbeit erhalten Sie immer ein schriftliches, unverbindliches Angebot, das auf Ihren konkreten Text zugeschnitten ist. Keine bösen Überraschungen am Ende.

Ein konkretes Beispiel: Eine Unternehmensbroschüre mit 20.000 Zeichen umfasst etwa 13 Normseiten. Für ein Lektorat ergibt das einen Richtwert von rund 85 Euro netto, also deutlich weniger, als viele erwarten.

Alle weiteren Leistungen und Preise finden Sie auf meiner Preisseite.

Warum gibt es so große Preisunterschiede?

Wer im Internet nach Lektoratspreisen sucht, wird schnell auf sehr unterschiedliche Zahlen stoßen, von wenigen Cent pro Normseite bis zu zweistelligen Beträgen. Der Grund dafür liegt in einer Besonderheit des Berufs: Lektorin oder Lektor ist keine geschützte Bezeichnung. Jede und jeder darf sich so nennen, unabhängig von Ausbildung, Erfahrung oder Qualifikation.

Das bedeutet in der Praxis: Hinter einem günstigen Angebot kann ein Berufseinsteiger stecken, der erste Aufträge sammelt, jemand, der nebenberuflich etwas dazuverdienen möchte und seine Zeit entsprechend anders kalkuliert, oder ein Anbieter, der KI-gestützte Tools als vollwertiges Lektorat verkauft. Auch auf Plattformen wie Fiverr drückt der internationale Wettbewerb die Preise auf ein Niveau, das mit professioneller Einzelbetreuung kaum noch zu vergleichen ist.

Tipp: Lektorat ist kein geschützter Begriff. Das ist beim Vergleich von Angeboten wichtig zu wissen.

Warum lohnt sich ein fairer Preis?

Professionelles Lektorat braucht Zeit, Sprachgefühl und Erfahrung. Wer eine Normseite für unter zwei Euro anbietet, kann dafür kaum mehr als ein paar Minuten aufwenden. Das reicht für einen flüchtigen Blick, aber selten für eine sorgfältige Bearbeitung.

Eine gute Lektorin oder ein guter Lektor kennt nicht nur die Regeln, sondern auch den Kontext: Was soll der Text leisten? Welche Zielgruppe soll er erreichen? Welcher Ton passt zum Unternehmen? Diese Fragen stellt kein Algorithmus.

Dazu kommt ein praktischer Aspekt: Fehler, die durchrutschen, können teuer werden, besonders in gedruckten Materialien, die nicht einfach korrigiert werden können. Eine nachträgliche Korrektur eines bereits gedruckten Flyers kostet ein Vielfaches dessen, was ein sorgfältiges Lektorat im Vorfeld gekostet hätte.

Und schließlich: Professionelle Zusammenarbeit bedeutet Verlässlichkeit. Rückfragen werden beantwortet, Termine eingehalten, Absprachen dokumentiert.

Tipp: Ein fairer Preis ist kein Luxus. Er ist ein Zeichen dafür, dass jemand die Arbeit ernst nimmt, die in einem guten Text steckt.

Woran erkennt man eine gute Lektorin?

Neben dem Preis gibt es einige Kriterien, die bei der Auswahl helfen. Professionelle Lektorinnen und Lektoren sind häufig Mitglied in einem Berufsverband wie dem Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren (VFLL). Die Mitgliedschaft setzt bestimmte Qualitätskriterien voraus und ist ein erstes Orientierungsmerkmal.

Darüber hinaus lohnt ein Blick auf Spezialisierung und Hintergrund. Jemand mit Erfahrung in Unternehmenskommunikation liest einen Geschäftsbericht anders als jemand ohne diesen Kontext. Auch die erste Kommunikation sagt viel: Werden Rückfragen gestellt? Gibt es ein schriftliches Angebot? Wird der Ablauf klar erklärt?

Dem Thema widme ich einen eigenen Beitrag, der demnächst hier erscheint.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Leistung bestimmt den Preis: Korrektorat, Lektorat und Schlusskorrektur haben unterschiedliche Schwerpunkte und unterschiedliche Richtwerte.
  • Eine Normseite umfasst 1.500 Zeichen inklusive Leerzeichen, aber nicht alle Lektorinnen und Lektoren rechnen gleich. Nachfragen lohnt sich.
  • Word-Dateien sind günstiger als PDFs, weil sie einen effizienteren Workflow ermöglichen.
  • Ein enger Termin kann den Preis erhöhen. Großzügige Planung schont das Budget.
  • Sehr günstige Angebote verdienen einen zweiten Blick. Lektorat ist kein geschützter Begriff.
  • Mitgliedschaft in einem Berufsverband wie dem VFLL ist ein erstes Qualitätsmerkmal.

Wer einen Text professionell bearbeiten lassen möchte, findet auf meiner Preisseite alle Informationen zu Leistungen und Richtwerten. Für ein unverbindliches Angebot genügt eine kurze Anfrage.

Neugierig geworden?

Erfahren Sie mehr über mein Angebot als Lektorin unter Angebote oder schreiben Sie mich an.

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